architect@work / München

Die ARCHITECT @ WORK München geht mit ihrer fünften Ausgabe an den Start

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Bildquelle: Sebastian_Greuner

Anfang Juni 2024 wird die bayrische Hauptstadt einmal mehr zum architektonischen Hotspot: Die Münchner Edition der ARCHITECT@WORK eröffnet das Messejahr in Deutschland und sendet positive wie innovative Signale an die Branche.

Der 05. und der 06. Juni 2024 sind im Businesskalender hoffentlich schon rot markiert: An diesen beiden Tagen öffnet die ARCHITECT@WORK in der Messe München ihre Pforten. Die Zeichen stehen gut, denn bereits vor wenigen Wochen wurde der letzte Ausstellerplatz vergeben. „Ausgebucht“ heißt es also – ein Erfolg, der den Veranstaltern wieder einmal recht gibt. Aber was dürfen die Besucher in München erwarten? Vieles, darunter Altbekanntes und Vertrautes, das schon Tradition hat, aber noch mehr Neues, das den Interessierten und Designaffinen auf die so unverwechselbar typische Art der ARCHITECT@WORK nähergebracht werden kann. Während die Aussteller ihren Präsentationskonzepten den letzten Schliff angedeihen lassen, so darf man schon jetzt mit Vorfreude gespannt sein.

Auch 2024 setzt die ARCHITECT @ WORK auf die Expertise von Hannes Bäuerle von raumprobe, der sich auch dieses Jahr noch einmal ganz dem Thema „LEICHT.BAU“ widmet. Interaktive Stationen und Experimente laden ein, sich mit dieser brandaktuellen Materie in der Architektur näher zu beschäftigen. In die Tiefe des Themas dringt Hannes Bäuerle persönlich, wenn er mit seinem eigenen Beitrag am ersten Messetag die erste Vortragsreihe eröffnet. Diese intensive Auseinandersetzung mit der Art, leicht zu bauen, die sich unter den verschiedensten Aspekten als eine sehr nachhaltige Methode erweist, ist für Architekten ein wahrer Fundus an Inspiration.

Viel Abwechslung bringt neben den Ausstellungen „LEICHT.BAU“ selected by raumprobe | Material Bank und der von world architects.com kuratierten Schau mit 40 außergewöhnlichen Projekten, die hier entdeckt werden können, auch die Fotokollektion selected by world-architects.com, die sich ganz dem Thema „LEICHT.BAU“ widmet. Sie ist sozusagen die gemeinsame thematische Schnittstelle. Die Fotografien präsentieren Bauten, die sich auf unterschiedliche Weise mit dem Thema auseinandersetzen und rücken die Projekte durch spannende und abwechslungsreiche Bildausschnitte in den Mittelpunkt.

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Bildquelle: Sebastian_Greuner

Die erste Stimme am Rednerpult ist Hannes Bäuerle von raumprobe selbst, der sich mit dem Thema „LEICHT.BAUEN - Materialien von federleicht, vielschichtig bis niederkomplex“ an seine Zuhörer wendet und damit ihren Blick auf die Vielseitigkeit von Leichtbau in der Bauwelt lenkt. Denn mit Hochleistungsfasern, Verbundwerkstoffen oder Sandwichmaterialien lässt sich materialminimiert und ressourcenschonend planen und bauen. Anschaulich vorgestellt werden neueste Materiallösungen, innovative Fertigungstechnologien und wegweisende Produkt- und Anwendungsbeispiele. Der fundierte Ein- und Überblick wird mit der neuen Sonderschau zum Thema Leicht.Bau noch weiter vertieft. Ferdinand Ludwig vom Stuttgarter Büro OLA Office for Living Architecture widmet sich mit „Einfach Baum? Grüner Architektur aus und mit Bäumen“ und zeigt realisierte Bauten, Versuchsreihen, Entwurfsstudien und visionäre Konzepte, die den Weg zu einer neuen grünen Architektur, der eine beeindruckende Geschichte vorausgeht und aus der die Baubotanik für ein Entwerfen mit Bäumen resultiert. Aus dem Zürcher Büro Karamuk Kuo reist Jeanette Kuo an, die sich mit einem Begriff auseinandersetzt, den jeder in einem anderen Zusammenhang gut kennt: Zeitdruck. Die Architektin betrachtet diesen jedoch aus einer übergeordneten Perspektive. „Architektur wird traditionell als festes Objekt konzipiert, bei dem die Verantwortung des Architekten mit der Schlüsselübergabe endet“, stellt sie fest, gibt jedoch zu bedenken, dass es „angesichts der ökologischen Krisen, mit denen wir heute konfrontiert sind, von entscheidender Bedeutung ist, dass wir überdenken, wie sich unsere Gebäude im Laufe der Zeit entwickeln und wie sie zu einem umfassenderen Verständnis unserer materiellen Ressourcen, unseres Klimas und unserer Kultur beitragen.“

An Tag Zwei der Messe stellen sich dem Publikum drei weitere hochkarätige Sprecher vor. Den Anfang macht Katja Kraus von Yonder. Das Studio erforscht Raum, Material, Konstruktion und deren Zusammenspiel und schafft daraus Lebensräume, die nicht nur die Wahrnehmung von Raum, sondern auch das soziale Miteinander prägen. In ihrem Vortrag „Simpel“ hinterfragt Katja Knaus aktuelle Anforderungen an das Bauen anhand ausgesuchter Projekte aus dem eigenen Werk. Ihr folgt Sebastian Bildau von OS A Ochs Schmidhuber Architekten, dessen Vortrag „Holz(Hoch)Häuser für den Stadtumbau“ sich mit dem sozialen und nachhaltigen Stadtumbau auseinandersetzt. „Die innerstädtischen Lagen werden immer mehr nachverdichtet und diversifiziert“, so das Basis-Statement des Redners, der anhand mehrerer Fallbeispiele unterschiedlicher Größe und städtischer Situation praktische Umsetzungen zeigt und dafür plädiert, dass im Besonderen der Fokus auf den Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen, allen voran Holz, gesetzt werden soll. Den Abschluss macht der Münchner Architekt Florian Nagler, der mit seiner Position für seine Zuhörer jede Menge Stoff zum Nachdenken mitbringt: „Unser neues Forschungsprojekt „einfach (um)bauen“ hat das Ziel, zu zeigen, dass wir – im Hinblick auf Energieverbrauch und Ökobilanz – den Gebäudebestand deutlich unaufwändiger sinnvoll sanieren können, als derzeit praktiziert und gefördert und dass wir nicht ganz Deutschland in Polystyrol hüllen müssen, sondern unser wertvolles baukulturelles Erbe erhalten können.“

Fast könnte man zum Schluss kommen, dass Einfachheit und Leichtigkeit die zukünftigen Parameter in der Architektur werden könnten. Ein schöner Gedanke, der sich durch einen Besuch bei der ARCHITECT@WORK 2024 in München sicher verifizieren und vertiefen lässt. Wer es zum München-Termin nicht schafft, ist eingeladen sich jetzt schon die Herbst-termine zu notieren: Wien (09. + 10. Oktober 2024), Berlin (06. + 07. November 2024) und Frankfurt (04. + 05. Dezember 2024). Auch hier werden die Besucher auf ihre Rechnung kommen.

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